IGD – Meine Arbeiten Teil 1 — Nursing Service

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Seit August 2008 arbeite ich nun als Student beim Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt und möchte euch nun einige meiner visuellen Arbeiten präsentieren.
Dazu habe ich freundlicherweise die Erlaubnis erhalten einen Teil meiner Arbeit hier auf meinem Blog zu veröffentlichen und ein wenig über den Entstehungsprozess zu berichten.


Nursing Service – Storyboard-Actionsequenz

Beginnen möchte ich die mehrteilige Präsentation mit einer in Bilderserie, welche für ein Projekt-Proposal ende des Jahres 2008 erstellt und genutzt wurde.

Es handelt sich bei dieser Bilderserie um ein Aktionssequenz über fünf Bilder, welche einen eingehenden Anruf eines Altenpflegers bei einem älteren Herren, über die im Haus verfügbaren Multimedia-Geräte und die intelligente Lichtsteuerung, sowie die Absprache eines Termins zeigt.
Speziell wird hier eine Videokonferenz über den Fernseher mit eingebauter Videokamera zwischen Altenpfleger und der zu betreuenden Person geführt.

Die Sequenz

Ein älterer Herr sitzt zu Hause auf dem Sofa und liest bei gedimmtem Licht und eingeschalteter Leseleuchte ein Buch.

Plötzlich schaltet sich der Fernseher ein und zeigt eine Nachricht an, welche einen Anruf vom Altenpfleger verkündet. Um die Aufmerksamkeit noch stärker auf sich zu lenken und die Art der aktuellen Situation zu verdeutlichen, wird zusätzlich ein blaues Licht hinter dem Fernseher aktiviert.

Der ältere Herr ist mit dem Anruf einverstanden und tätigt eine Annahme-Geste, indem er seine Hand mit der Handfläche nach oben hochhebt. Dies hat zur Folge, dass die Raumbeleuchtung verstärkt…

… und die Videokonferenz gestartet wird. Auf dem Fernseher sieht man den Altenpfleger (schönen Gruß an Felix! 😉 ), ein Bild des alten Herren, sowie die aktuelle Gesprächsdauer.

Irgendwann endet das Gespräch, der Altenpfleger legt auf und der ältere Herr kann sich in Ruhe eine Zusammenfassung der Gesprächsfakten ansehen. Da bei der Videokonferenz ein Termin verabredet wurde, wird auch diese Info angezeigt und der erfolgreiche Kalendereintrag mit einem grünen Licht bekräftigt.
Szenenaufbau / -information

Die Erstellung der Inventarobjekte fing bereits kurz nach meiner Einstellung am IGD im Jahre 2008 an.
Alle in der Szene befindlichen Inventarobjekte wurden von mir mit 3ds max angefertigt und wir werden sie noch in einem weiteren Post wiedersehen. Als Vorlage für die Schrankwand, den Tisch und die Couchgarnitur diente mir der damals aktuelle Katalog eines bekannten schwedischen Einrichtungskonzerns.
Die Objekte bestehen aus über 200.000 Polygonen und sind durch den hohen Detailgrad auch für Nahaufnahmen geeignet.
Als ich die Objekte angefangen habe zu modellieren, schien es mir, als hätte ich ewig Zeit zur Vollendung, da keine genauen Vorgaben getätigt wurden. Es wurden einfach „so viele Objekte wie möglich“ gebraucht. Doch in der Branche sollte man sich auf so ein Gefühl nie verlassen, wie ich doch recht schnell merken sollte. Von jetzt auf gleich wurde mir Aufgetragen diese Storyboard-Szenen zu erstellen und plötzlich war die Ewigkeit sehr endlich. Ich hatte bis zu dem Augenblick zwar schon einige Objekte fertiggestellt, doch passten viele der Objekte thematisch nicht in diese Szene. Aus diesem Grund sieht man auch die doch recht leeren Regale in der Schrankwand. Eine wichtige Regel trat das erste Mal in mein berufliches Dasein: „Effizienz vor Perfektion“. Jetzt hieß es schnell fertig werden, egal ob nun alle Details perfektioniert waren, oder nicht.Eines der wichtigsten Objekte in der Szene, das Modell des alten Herren, stammt im Original nicht von mir. Da die Entscheidung Szenen mit einer älteren virtuellen Person zu erstellen, relativ kurzfristige gefasst wurde, entschieden wir uns fertige Modelle aus einer gewerblich vertriebenen Modellsammlung zu lizenzieren.
Dies sollte die Entwicklung des Strips beschleunigen. Da wir uns jedoch für eine recht günstige Modellvariante entschieden, war die Qualität nur suboptimal und ich musste noch viel Arbeit in die Optimierung investieren. Dadurch schrumpfte die erhoffte Zeitersparnis wieder stark zusammen.

Die zwei größten Kritikpunkte waren:

1. Das Mesh war wohl für Echtzeitanwendungen bestimmt und somit recht polygonarm, wodurch die Person etwas deplatziert in der Szene wirkte.

2. Das Rigging war schlecht umgesetzt worden – das Skelett passte nicht richtig zum Mesh. Zusammen mit dem (zu) einfachen Mesh, zeigte unser armer Alter beim Bewegen nicht nur Anzeichen von Gicht, sondern auch schwere Frakturen in den Händen, Armen und Beinen auf. Das war jedoch nicht unsere Absicht!

Es gab aber auch echte Vorzüge des gekauften Modells: Ich lernte nicht nur neue Kniffe beim ausbessern des Riggings, sondern hatte auch die Erleichterung keine Texturen für das Modell anfertigen zu müssen – diese waren, im Kontrast zum Modell, erstaunlich gut.

Die Komposition der Szene war dann der einfachste Teil. Mein Betreuer musste als Altenpfleger vor die Fotokamera und schließlich als Teil der Fernsehtextur herhalten. Die Objekte wurden platziert und es blieb sogar noch ein wenig Zeit dem alten Herren ein offenes Buch zu spendieren, anstelle ihm nur die geschlossenen Buchattrappen in die Hand zu drücken.

Für die Texturen kam eine Mischung aus selbst in Photoshop angefertigten und aus opensource Quellen stammenden Bilddateien zum Einsatz.

Die Szene wird ausschließlich von MR.Area Omni-Lights beleuchtet und mit MentalRay gerendert.

Damit wäre auch schon der erste Exkurs zu einer meiner Arbeiten am IGD Darmstadt beendet. Weitere werden folgen. Ich hoffe es gefällt euch. Falls ihr Kritik und / oder Anmerkungen habt, hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar. 😉

 

Über Martin Majewski

Arbeitet am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt im Bereich intelligente Umgebungen. Themenschwerpunkte sind kapazitive Sensoren zur berührungslosen und Marker-freien Mensch-Maschine-Interaktion. Studiert zudem als Teilzeitstudent Informatik im Master-Studiengang der TU Darmstadt, mit den Schwerpunkten Software Engineering und Human Computer Systems, sowie IT-Management als Anwendungsfach.

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