Review – Aluminium Gehäuse für Raspberry Pi von Tontec

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Tontec ist ja seit meinem Test zum LCD Bildschirm fürs Raspberry Pi kein Unbekannter mehr auf dieser Seite. Jetzt erreichte mich von Tontec ein schickes schwarzes Aluminium Gehäuse für den Raspberry Pi 2 Version B und dieses will ich euch in diesem Review präsentieren.

Lieferumfang

Das Tontec Aluminiumgehäuse, welches mir in der schwarzen Version vorliegt, wird recht unspektakulär in einem kleinen Karton, nicht viel größer als das Gehäuse selbst, geliefert. Neben dem Gehäuse wird noch das aufs wesentliche reduzierte Anleitungsblättchen, sowie ein kleines Plastiktütchen mit Zusatzmaterial mitgeliefert. Inhalt des Plastiktütchens sind vier Gummifüsse zum aufkleben, zwei Abstandsbolzen mit dazugehörigen Muttern, sowie zwei schwarze Schräubchen. Mehr gibt es nicht, mehr braucht es aber auch nicht.

Anmerkung: Die schwarze Version ist aktuell nicht mehr lieferbar, noch bei Amazon gelistet. Sobald sich dies ändert, werde ich diesen Hinweistext entfernen. Eine Anfrage was der Grund ist, ging bereits an Tontec raus.
Die schwarze Version ist wieder verfügbar! *yay

 


Zusammenbau

Case, screws and drivers

Gummifussaufkleber, sowie die nötigen Distanzbolzen inkl. Muttern und Schrauben

Um das Gehäuse zusammenzubauen, muss man es erstmal auseinanderbauen. Sowohl die Blenden der Frontseite (USB-Ports), als auch die Rückseite (SD-Kartenslot) sind mit jeweils vier schwarzen Schrauben arretiert. Schaut man sich die leider recht schwer lesbare Anleitung an, erkennt man, dass man nur die Rückseite aufschrauben muss, um den Pi ins Gehäuse zu bekommen. Liest man die Anleitung nicht – also meine Methode – schraubt man prompt die Frontblende ab und wundert sich, wieso man den Pi mit angeschraubten Distanzbolzen nicht an den Schraubaufnahmen für die Frontblende vorbei bekommt – diese sind nämlich ein ganzes stück länger als die für die Rückseite. Gut, nachdem man dann auch die Rückseite abgeschraubt hat, geht es wesentlich besser.

Apropos Distanzbolzen: Diese sind vor dem Einsetzen des Pi noch in die Bohrungen des Kleinstcomputers auf der Seite der GPIO Leiste von unten zu stecken und auf der Platinenoberseite mittels der beigefügten Muttern zu befestigen.

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Zu wenig Platz für den unteren Kühler

Jetzt kann der Pi ins Gehäuse. Na ja, nicht wenn man diesen vorher auf der Unterseite mit einem Kühlkörper für den großen 1GB SDRAM Chip ausgestattet hat. Sogar der recht flache bei mir verklebte Kühlkörper ist zu hoch um noch in dem schlanken Gehäuse Platz zu finden. Sehr schade! Eine ähnliche Situation war bereits beim Acryl-Gehäuse im letzten Test zu beobachten. Doch während das Acryl-Gehäuse sich mit ein wenig guten Willen dazu „bewegen“ lies dem Kühlkörper Platz zu gewähren, ist dies bei der stabilen Alu-Konstruktion nicht möglich. So musste der Kühlkörper schweren Herzens weichen und der Pi fand sich kurz darauf im Tontec Alu-Case wieder.

Mittels der zwei zusätzlichen Schrauben wurde der Pi über die Abstandsbolzen mit dem Gehäuse verschraubt und die beiden Blenden fanden sich wieder an ihrem vorgesehenen Platz.

Look and Feel

Okay, die Not den Kühlkörper demontieren zu müssen hat schon wehgetan. Das Gehäuse hat eben keinen Platz zu verschenken und da ein Pi auch nicht mit Kühlkörpern geliefert wird, kann man hier Tontec auch keine Nachlässigkeit nachsprechen. Auf der anderen Seite ist genau dieses geringe Platzangebot eine stärke des Gehäuses. Hier wird nicht dicker aufgetragen als nötig. Das Gehäuse wirkt schlank, unaufdringlich und weiß zu gefallen. Gefallen tut auch die schwarze Pulverbeschichtung. Sie ist fest genug um den Alltag zu meistern, man sollte sie aber trotzdem nicht mit harten und / oder scharfen Gegenständen traktieren – das quittiert sie schnell mit Kratzern.

Das absolute Highlight ist aber der Spaltmaß zu den diversen Ports des Pi2 – Kein Millimeter zu viel, kein Millimeter zu wenig. Hier wurde endlich mal ordentlich Maß genommen und anders als noch beim Acryl Gehäuse ist sogar der Zugang zur SD Karte der Wandstärke angemessen groß gewählt. So kann die SD Karte ohne größere Mühe eingelegt und entnommen werden. Auch die Status-LEDs haben ihre Öffnung im Gehäuse erhalten und sind gut sichtbar.

Da viele Nutzer den Pi nicht nur in der Form nutzen, wie er ausgeliefert wird, sondern dem Pi über die diversen I/O Ports zusätzliche Funktionalitäten verleihen, stellt sich natürlich die Frage, wie das bei diesem Gehäuse gelöst wurde? Gute Frage und Tontec liefert eine relativ gute Antwort. Möchte man mittels eines Flachbandkabels den Display-Anschluss auf dem PCB des Pi nutzen, findet man oberhalb des SD-Ports auf der Rückblende einen Schlitz dafür. Für die Nutzung der GPIO Steckleiste wurde hingegen eine Längskante des Gehäuses als Blende konstruiert, welche man durch wegschieben entfernen kann. Dazu muss allerdings eine der Blenden entfernt werden, denn erst jetzt lässt sich die Blende wegschieben. Somit ist dies leider nicht on-the-fly möglich, doch verhindert es auf diese Weise ein unbeabsichtigtes Abfallen der Blende. Wer die Ports nutzt, wird die Blende höchstwahrscheinlich eh nicht wieder aufsetzen.

Auf der Unterseite des Gehäuses findet man noch zwei Schraubenaufnahmen und vier runde Einbuchtungen für die oben erwähnten, mitgelieferten Gummifüsse. Die Gummifüsse spielen für meinen Einsatzzweck aber keine Rolle und ich habe sie auch deshalb nicht aufgeklebt. Bei den Schraubenaufnahmen gestaltet sich die Sache anders.

Vorne passen Ethernet- und USB-Buchsen perfekt in die Aussparungen Hinten findet man einen SD Karten- und Flachbandkabel-Schlitz, sowie ein Loch für die LED Alle Anschlüsse passen exakt - Hier Micro-USB, HDMI und AudioAbnehmbarer Deckel für den GPIO ZugangSchraubaufnahmen auf der Unterseite ermöglichen eine Wandmontage

Einsatzzweck

Fusion 360 und ein 3D Drucker, fertig ist ein Teil für... den 3D Drucker und das Gehäuse
Das Tontec Aluminiumgehäuse im schicken, mattem Schwarz war wie prädestiniert für den Einsatz am Mendel Max 3. Der 3D Drucker wird vom Pi mittels OctoPi (Raspbian Distribution mit vorinstalliert OctoPrint 3D Druckerserver) mit GCode Befehlen versorgt und über dessen Steuerelemente gesteuert. Bisher verrichtete der Pi seine Arbeit räumlich stark getrennt in einem selbstgedruckten Nintendo NES Gehäuse. Was den Nerd freut, verursacht auf dem Schreibtisch zusätzlichen Kabelsalat, muss doch der Pi über ein (in meinem Fall langes) USB Kabel mit dem Drucker verbunden werden.

 

Das Tontec Gehäuse fügt sich hingegen super zum allgemeinen Look des Mendel Max 3 und kann über die Schraubenaufnahmen an vielen Stellen der zahlreichen Aluminium-Profile des Mendel Max 3 montiert werden. Leider sind die Schraubenaufnahmen nur für Schrauben der Größe M3 geeignet. Will man das Gehäuse außerdem im zusammengebauten Zustand auf die Schrauben aufstecken, sollten die Schrauben einen möglichst kompakten Schraubenkopf haben. Mein erster Versuch das Gehäuse auf Linsenkopfschrauben zu stecken scheiterte. Deshalb habe ich Zylinderkopfschrauben genutzt, die um nur wenige zehntel Millimeter kleiner vom Durchmesser gegenüber den Linsenkopfschrauben sind und deshalb durch die Löcher im Gehäuse passen.

MendelMax 3 3D Printer

Um den Schrauben auf Seiten der Aluminium-Profile Halt zu geben, musste ich jedoch noch einen Adapter modellieren. Da ich bereits vor einiger Zeit die Profile mit Fusion 360 von Autodesk nachmodelliert habe – zu finden als STL Daten u.a. bei Thingiverse unter http://www.thingiverse.com/thing:851945 – war die Erstellung des Adapters eine Frage von wenigen Minuten. Auch den Adapter könnt ihr euch zum ausdrucken runterladen unter http://www.thingiverse.com/thing:1109893 – wichtig ist, dass dieser Adapter hauptsächlich für die OpenBuild V-Slot Alu-Extrusionen entworfen wurde!

Das Tontec Alu Case for Pi2 macht sich gut am Mendel Max 3

Mit dem Adapter eingesetzt in die Alu-Extrusion und eingeschraubten M3 Zylinderkopf-Schrauben fand auch der Pi2 im Tontec Gehäuse seinen neuen Bestimmungsort.

Fazit

Das Tontec Gehäuse ist aktuell für ca. 18 Euro bei Amazon sowohl in silber, als auch in der hier vorgestellten schwarzen Ausführung zu erhalten (kostenloser Versand). Für diesen Preis erhaltet ihr ein solide verarbeitetes, stabiles und sehr passgenaues Gehäuse. Das schmale Profil wirkt chic, birgt aber auch die Gefahr, dass ihr einen bereits auf der Pi-Rückseite installierten Kühlkörper abnehmen müsst. Zwar führt das Alu-Gehäuse Wärme gut ab, doch die vergrößerte Kühlfläche die ein Kühlkörper bietet, hätte die Wärme in dem recht luftdichten Gehäuse besser verteilt. Dies ist auch der einzige wirklich gravierende Kritikpunkt. Dass die Anleitung wieder einmal sehr sparsam ausfällt ist zwar nicht schön und verursacht am Anfang ein wenig Verwirrung, doch einmal zusammengebaut würdigt man die Anleitung doch sowieso mit keinem weiteren Blick mehr.

Das Gehäuse ist meiner Meinung nach den Preis wert und erhält von mir die Bewertung „Sehr gut“ mit 4,25 von 5 Punkten.

4,25 Punkte bzw. ein "Sehr Gut!" erhält das Tontec Aluminiumgehäuse

Das Tontec Aluminiumgehäuse hat mich überzeugt und erhält dafür ein „Sehr Gut!“. Falls Interesse am Kauf des Gehäuses besteht, würde es mich sehr freuen und mir helfen, wenn der hinter der Bewertungsgrafik hinterlegte Partnerlink zu Amazon.de für den Kauf genutzt werden würde.

Über Martin Majewski

Arbeitet am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt im Bereich intelligente Umgebungen. Themenschwerpunkte sind kapazitive Sensoren zur berührungslosen und Marker-freien Mensch-Maschine-Interaktion. Studiert zudem als Teilzeitstudent Informatik im Master-Studiengang der TU Darmstadt, mit den Schwerpunkten Software Engineering und Human Computer Systems, sowie IT-Management als Anwendungsfach.

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