Review: Portabler Kopfhörer-Verstärker PHA 2 von Sabaj Audio

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Sabaj Audio hat mir einen portablen Kopfhörer-Verstärken für dieses Review bereitgestellt, welcher speziell für Kopfhörer mit hoher Impedanz ausgelegt ist. Der Verstärken hört auf den Namen Sabaj Audio PHA 2 portable amplifier. Ich freue mich besonders deshalb über das Produkt-Sample, weil ich seit einiger Zeit schon über den Kauf eines solchen Verstärkers nachgedacht habe, um meine Beyerdynamic DT770 Pro mit ausreichend Leistung zu betreiben.



Der Grund für die Suche ist, dass ich mit der Leistung der integrierten Vorverstärker in meinem Notebook und Smartphone nicht zufrieden bin. Zwar schafft es mein MacBook Pro 13 Zoll aus dem Jahr 2015 die großen Kopfhörer zu betreiben, sie werden aber trotzdem nicht richtig laut und die Temperatur des Notebooks steigt deutlich im Bereich des Vorverstärkers an. Beim Smartphone hab ich das selbe Phänomen beobachtet, nur dass die Lautstärke nochmals deutlich geringer ist.
Da ich aber an der Arbeit sowohl oft und lange Musik höre, als auch auch die Tastatur meines Notebooks zum Coden und Schreiben nutze, wollte ich eine bessere Lösung finden. Ich bin Informatiker, kein Sound-Engineer oder Musiker, daher hab ich weder das Equipment, noch die Erfahrung Vorverstärker bezüglich ihrer technischen Werte zu bewerten. Das was ich aber bewerten kann sind rein qualitative und teilweise auch subjektive Aspekte: Verarbeitungseindruck, Nützlichkeit in Bezug auf den Einsatzzweck und das empfundene Hörerlebnis.

 

Äußerer Eindruck

PHA 2 Verpackung
PHA 2 Packungsinhalt

Der PHA 2 Verstärker wird in einer netten, nicht aufdringlichen Verpackung geliefert. Er ist in viel Schaumstoff gut für den Versand geschützt. Das ist auch nötig, wird er wohl direkt aus China verschickt. Sabaj ist ein junges Unternehmen, welches just im Zuge der Review-Anfrage den Amazon UK Shop eröffnet und mir somit viel Aufwand beim Bestellen des Samples erspart hat. Im Lieferumfang findet man neben dem Verstärker noch ein 5V, 1000mA Netzteil, aber auch nicht mehr. Leider sind keine Audiokabel vorhanden, so dass man diese anderweitig besorgen muss.
Anders als der Lieferumfang macht die Verarbeitung des Verstärkers einen weniger sparsamen Eindruck. Das gesamte Gerät ist in einem Metallgehäuse untergebracht, dessen Kanten sauer geschliffen und die Spaltmaße ordentlich umgesetzt sind. Auch der Ein-Aus-Schalter und der Lautstärkeregler sind aus Metall. Die Anschlüsse scheinen allesamt vergoldet zu sein.

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Apropos Anschlüsse: Angesteuert wird der Verstärker über die an der Rückseite befindlichen RCA- bzw. Cinch-Anschlüsse. Jeweils einer für den linken und rechten Kanal. Weiterhin gibt es noch dieselbe Art Anschlusspaar für die Ausgabe an ein externes Gerät. Die Stromversorgung kann über das mitgelieferte Netzteil an der Gleichstrom-Buchse, oder über eine beliebige 5 Volt Quelle über die Micro-USB Buchse erfolgen.

Und eben diese Konfiguration der Anschlüsse ist auch schon der größte Kritikpunkt an dem PHA 2 Kopfhörer-Verstärker. Es soll sich um einen „portablen“ Verstärker handeln, also nichts was man dauerhaft an einer größeren Anlage betreibt. Da es keine Fernbedienung gibt und Kopfhörerkabel zumeist relativ kurz sind, ist das Gerät sowieso nur in unmittelbarer Benutzernähe komfortabel nutzbar. Ich verstehe daher „portable“ so, dass man das Gerät entweder überall mit hinnehmen, oder aber flexibel mit den gängigsten Geräten verbinden kann. Da der PHA 2 keinen Akku besitzt – Sabaj hat auch solche Verstärker im Angebot – kann ich unter „potable“ nur meine zweite Definition heranziehen.

Die Wahl von Cinch-Anschlüssen beschränkt mich aber genau in diesem Punkt. Die gängigsten Geräte an denen ich diesen Verstärker nutzen werde haben einen 3,5mm Klinkenstecker. Einige davon, wie z.B. mein MacBook Pro, können über diesen Anschluss auch ein optisches Signal ausgeben. Die Audio-Ausgabe über die zusätzlichen 2 Cinch-Anschlüsse werde ich wohl nie benutzen, da ich den PHA 2 für keine andere HiFi Konfiguration benötige. Trotzdem möchte ich nicht pauschalisiert behaupten, dass keiner an der aktuellen Konfiguration seinen Gefallen findet. Mit dem entsprechenden Y-Adapterkabel habe ich meine Geräte mit 3,5mm Klinke an den Verstärker bekommen, doch so ein Kabel muss man erstmal haben. In meinem Fall habe ich unzählige 3,5mm Klinken-Kabel rumliegen, doch nur ein einziges Y-Adapterkabel. Die 3,5er Klinke, gerne auch mit optischem Signal, hätte den PHA 2 stark aufgewertet. Vermutlich wäre dann aber noch ein Umschalter für die Eingabequelle nötig geworden, oder aber ein integrierter Audio-Mixer.

Rückseite
Vorderseite und Netzteil

Um Platz für die von mir vorgeschlagenen Anschlüsse an der Rückseite zu schaffen, könnte ruhigen Gewissens die Netzteil-Buchse entfernt werden. Da der Verstärker sich mit 5V und 1000mA zufrieden gibt und das mitgelieferte Netzteil auch nicht mehr leistet, kann im Grunde jedes Smartphone-Ladegerät genutzt werden. Genau so eines hätte man anstelle des Netzteils beifügen können. Ich betreibe den Verstärker ausschließlich über ein Smartphone-Netzteil und bin damit sehr zufrieden, denn es spart mir unnötigen Kabelsalat plus einer klobigen Netzteil-Box – sie ist auch sofort in die „unnötige Netzteile-Kiste“ geflogen. In diesen Punkten sehe ich das größte Verbesserungspotential.

Sabaj PHA2 und Beyerdynamic DT 770 Pro

An der Vorderseite hingegen enthält der PHA 2 Verstärker alles nötige wofür man ihn sich angeschafft hat: Einen Ein-Aus-Knopf, einen Lautstärke-Drehregler der sehr feinfühlig einstellbar ist und zwei Anschlüsse für Kopfhörer: Einen 3,5mm Anschluss für niedrig-ohmige, einen 6,3mm Anschluss für hoch-ohmige Kopfhörer. So kann man seine gängigen Smartphone- bzw. MP3-Player In-Ears an dem kleinen Anschluss betreiben und die großen Studio-Kopfhörer, welche in meinem Fall eine Impedanz von 250 Ohm haben, an dem großen. Hier ist weniger wirklich mehr. Die Front sieht edel und aufgeräumt aus. Das Fehlen einer Fernbedienung ist verkraftbar, da der Verstärker von Natur aus, wie bereits gesagt, ihn unmittelbarer Nähe zum Nutzer positioniert wird – ausgenommen sind natürlich Nutzer mit einem 5 Meter Kopfhörer-Verlängerungskabel! 😉

Innere Werte

Niedrig ohmige KopfhörerDer Klang ist aber das entscheidende Kriterium für eine Kaufentscheidung. Doch hier punktet der PHA 2 auf ganzer Linie. Sowohl meine kleinen Apple Kopfhörer, meine Bose Sportkopfhörer, als auch die großen Beyerdynamic DT770 Pro werden laut und klar angesteuert. Dabei reicht es die Wiedergabequelle – in dem Fall mein MacBook Pro 13 Zoll – auf halbe Lautstärke zu drehen, um am Verstärker ein „das ist mir schon zu laut“-Gefühl zu erhalten. Bei keiner der für mich ertragbaren Lautstärke-Einstellungen habe ich das Gefühl, dass der Ton verfälscht oder verrauscht wird. Der Verstärker gibt die Musik so weiter, wie die Quelle sie anliefert. Es ist schon fast unfair: Ich kritisiere über viele Zeilen die Anschluss-Auswahl, kann aber bei der Tonqualität im Grunde nur eines sagen: Super Sache! Vielleicht reicht das aber auch, um auszudrücken, dass ich wirklich zufrieden mit der Leistung bin, die vorne aus dem Verstärker rauskommt.

Fazit

Der Sabaj PHA 2 ist in meinen Augen ein guter Verstärker für Kopfhörer beider Impedanz-Klassen. Man bekommt einen sauberen, unverfälschten und nicht rauschenden Ton mit ordentlich Dampf. Auch wenn mich audiophile Experten auf dem Gebiet belächeln, oder über dieses Review ihren Kopf schütteln mögen, so ist meine laienhafte, aber musikliebende Empfindung bzgl. des PHA 2 positiv. Die Verarbeitung wirkt wertig, der Preis mit knapp 50 Pfund inkl. Versand (ca. 63 Euro) angemessen. Leider gibt es Sabaj Audio noch nicht direkt über deutschen Boden zu erhalten – mein Exemplar habe ich, wie eingangs erwähnt, via Amazon.co.uk bekommen. Die Kritik an den Anschlüssen ist meine Meinung, zieht dem allgemein positiven Eindruck aber ordentlich Nutzwert-Punkte ab. Ebenso das Fehlen sämtlicher Audio-Kabel. Mit einer Gesamtwertung von 3,5 von 5 Punkten kann man aber trotzdem gut leben. Mir wird der Verstärker hoffentlich noch lange im Programmierer-Tunnel dienen.

Score


 

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